Di 21.02.12 20:15 | rbb Fernsehen

Ost-Legenden: Erwin Geschonneck

Film von Jens Rübsam und Dagmar Wittmers

Erwin Geschonneck spielte „Kalle“ in „Karbid und Sauerampfer“, den dämonischen Holländer-Michel im Märchenfilm „ Das kalte Herz“ und den Ghetto-Friseur Kowalski in „Jakob der Lügner“, der als einziger DEFA-Film für den Oscar nominiert wurde. 1906 wird Erwin Geschonneck in Ostpreußen geboren, früh kommt er mit den Eltern nach Berlin. Er wächst in der Ackerstraße im Armenviertel am Alexanderplatz auf. Drei KZ-Höllen überlebt er: Sachsenhausen, Dachau, Neuengamme.

Als das KZ-Schiff "Kap Arcona" in den letzten Kriegstagen 1945 von englischen Flugzeugen angegriffen wird, ist Erwin Geschonneck einer von den 350 Überlebenden. 7000 Häftlinge sterben. Mit Anfang 40 beginnt seine Schauspiel-Karriere. Er wird Brechts Bühnenstar im neu gegründeten Berliner Ensemble. Aber Erwin Geschonneck will zum Film und hier wird er berühmt. Er genießt Privilegien, bekommt in der DDR Höchstgagen. Gleichzeitig werden Filme mit ihm in der Hauptrolle, wie „Sonnensucher“, verboten. Geschonneck kann es sich sogar leisten, die Kulturpolitik zu kritisieren.

Der Film erzählt das bewegte Leben des Schauspielers mit all seinen Widersprüchen und zeigt ihn in seinen berühmtesten Rollen. Armin Mueller–Stahl, Inge Keller, Regine Lutz und seine Söhne Matti und Alexander erinnern sich an den eigenwilligen Menschen und Charakterdarsteller, der sich mit Humor und Lebenslist durch die Zeiten geschlagen hat. (Erstausstrahlung)

Am 13. Februar um 19.30 Uhr findet im Kino Babylon in Berlin die Preview des Films statt. Die berichterstattende Presse ist dazu herzlich eingeladen.