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Henry Hübchen beim Interview im Café (Bild: rbb/Medea Film/Irene Höfer - Ch)

Henry Hübchen beim Interview im Café

Di 14.02.12 20:15, rbb Fernsehen

Zum 65. Geburtstag von Henry Hübchen

Henry Hübchen - Mein Leben

Der Mastroianni vom Prenzlauer Berg , Film von Irene Höfer und Sabine Lidl

„Der Mastroianni vom Prenzlauer Berg“ - wie er gerne von der Presse genannt wird - war nicht leicht davon zu überzeugen, über sich ein Porträt drehen zu lassen. Obwohl Henry Hübchen einer der schillerndsten und prominentesten Schauspieler Deutschlands ist, zeigt er sich ungern „ungeschminkt“ vor der Kamera.

Geboren in Westberlin kurz nach dem Krieg, aufgewachsen in der frisch gegründeten DDR, zweifacher DDR-Meister im „Brettsegeln“ (Surfen), abgebrochenes Physikstudium und erste Erfolge im „Oscar“-nominierten Film „Jakob der Lügner“ - Hübchens Leben ist von Extremen geprägt. Unter Heiner Müller und Benno Besson ist der Schauspieler einer der gefeiertsten Bühnenstars an der Volksbühne Ost. Nach der Wende wird das Duo Hübchen/Castorf zum Sprachrohr einer ganzen Theatergeneration. Castorf ist jetzt Intendant, und zusammen bringen sie frischen Wind ins deutsche Theater. Im Fernsehen längst eine feste Größe, wird Henry Hübchen 2005 mit dem Kinoerfolg von „Alles auf Zucker!“ über Nacht allerorten populär. Für die Rolle des Jaeckie Zucker erhält er den Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler.

Auf unterhaltsame Art durchläuft das Porträt die verschiedenen Stationen eines bewegten Lebens. Die Autorinnen Sabine Lidl und Irene Höfer besuchen den Star an der Ostsee, zeigen ihn als Sänger einer Band und erinnern an den Hit „Casablanca“, den Hübchen komponiert hat. Sie bringen ihn mit dem Regisseur Dani Levy beim Billardspielen zusammen und folgen ihm in die verwirrende Unterwelt der Volksbühne. Selbstironisch und clownesk kommentiert Hübchen das Geschehen. Darüber hinaus erzählen die Schauspielkollegin Sophie Rois und der Intendant Frank Castorf über ihre amüsanten und berührenden Erlebnisse mit ihm. So ist das Porträt auch eine Suche nach der ehemaligen DDR.

Henry Hübchen - Rocker, Zocker, Zauderer. Er, der schnellen Wahrheiten ebenso misstraut wie schlechten Drehbüchern, tut sich vor der Kamera schwer mit klaren Befindlichkeiten: „Mein Beruf ist es, mich nicht zu zeigen“, sagt er über die Schauspielerei. Es sind die überraschenden Einblicke in die Seele eines Selbstdarstellers, die dieses Porträt so sehenswert machen.

Henry Hübchen feiert am 20. Februar seinen 65. Geburtstag.

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